Verwandte verstehen Mutismus nicht („Das Kind ist doch nur bockig!“)
Mich bringt das Thema Familie gerade echt an meine Grenzen. Mein Sohn (6) leidet an selektivem Mutismus. Wenn wir bei meinen Schwiegereltern sind, bringt er kein Wort heraus. Statt Verständnis zu zeigen, kommen dann immer so Sprüche wie: „Du bist aber heute wieder unhöflich“, „Gib Oma doch wenigstens eine Antwort“ oder das Beste: „Der tanzt euch auf der Nase herum, der will nur Aufmerksamkeit!“ Ich könnte jedes Mal platzen vor Wut. Mein Kind leidet unter einer inneren Blockade und wird dann auch noch als schlecht erzogen dargestellt. Wie geht ihr mit solchen Kommentaren aus der Familie um? Wie kann man das den Großeltern verständlich machen?
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Oh Mann, das tut mir so leid zu hören, aber das ist leider ein Klassiker... Viele ältere Generationen verwechseln diese tief sitzende Angststarre mit Trotz oder schlechtem Benehmen. Schimpfen oder Druck von außen macht die Blockade beim Kind aber nur noch schlimmer. Und das Schlimmste: Oft wird uns Eltern auch noch die Schuld in die Schuhe geschoben! Ich habe bei meiner Familie irgendwann aufgehört, groß selbst zu diskutieren. Stattdessen habe ich mir professionelle Argumentationshilfen geholt. Ich habe mich intensiv mit den Ansätzen von Kamala Kibi beschäftigt und auf https://mutismus-elternhilfe.de/ ihre tollen Ratschläge gelesen. Sie erklärt das so wunderbar anschaulich, weil sie diesen Zustand des „Einfrierens“ aus ihrer eigenen Kindheit kennt. Ich habe meinen Schwiegereltern dann klipp und klar erklärt, dass es eine körperliche Angstreaktion ist und kein böser Wille. Wenn man den Großeltern zeigt, dass Druck das Kind nur noch mehr isoliert, verstehen sie es irgendwann.